MEDIZINISCHE AROMATHERAPIE:

TRADITION UND WISSENSCHAFT

 

1937 wurde der Begriff „Aromatherapie“ von René-Maurice Gattefossé erstmals publik gemacht. Für ihn beruhte die Aromatherapie auf dem Duft von ätherischen Ölen und ihren antimikrobiellen, physiologischen und kosmetischen Eigenschaften.

1995 benutzte das Concise Oxford Dictionary eine für die Praxis bedeutsamere Definition: Verwendung von aromatischen Pflanzenextrakten und ätherischen Ölen in der Massage und bei anderen Behandlungen.

Vom Sense of Smell Institute (SSI), USA, wird Aromatherapie als Anwendung von aromatischen Substanzen für die Behandlung von physischen und psychischen Beschwerden definiert. Shirley und Len Price, UK, definierten 1993 Aromatherapie als kontrollierte Anwendung von ätherischen Ölen, um durch ihren positiven Einfluss Gesundheit zu erhalten sowie Körper, Geist und Seele zu revitalisieren.

Diese Aspekte der Gesundheitsförderung und Krankheitsbewältigung

auf körperlicher, geistig-emotionaler und spiritueller Ebene werden von Vielen befürwortet.

Die Aromatherapie ist medizinisch und juristisch ein Teilgebiet der

standardisierbaren Phytotherapie, die ihre Medikation bzw. Medikamente

wie folgt sehen will:

 

·        Garantie der Reinheit des Öls durch biochemische Analysen

·        Teilweise von Tierversuchen abgeleitete Wirkungsweisen

·        Normierte Indikationstabellen

·        Wirkungsbeschreibungen durch generalisierbare, statistisch relevante Versuchsreihen bei Testpersonen

·        Gewissenhafte Prüfung der Toxizität

·        Forschungsschwerpunkt: Pathophysiologie

·        Anerkennung emotional-psychischer Wirkungen in neuro- und immunphysiologischem Zusammenhang

·        Orientierung des Wirkungs- und Anwendungsspektrums am Krankheitssymptom

·        Einbeziehung von erfahrungsheilkundlichen Anwendungsergebnissen

 

Die Indikationen sind bei fachkundiger aromatherapeutischer Arbeitsweise nicht pauschalierbar, weil die Reaktionsweisen des Menschen zu komplex sind. Die Medizinische Aromatherapie orientiert sich an der Wirkung auf die gesamte Persönlichkeit eines Menschen in ihrem komplexen Zusammenspiel physiologischer, emotionaler, psychischer, mentaler, biographischer, sozialer, religiöser, klimatischer und anderer Faktoren.

Die orale Einnahme von ätherischen Ölen erfordert von Seiten des medizinisch ausgebildeten Aromatherapeuten besondere Kenntnisse und Erfahrungen. Eine interessante Variante ist die Verabreichung von Heilkräuter-Tees mit Honig und einigen wenigen Tropfen ätherischer Öle. Durch den Tee wirken die wässrigen Heilkräfte der Pflanze. Honig besitzt eine ausgezeichnete Eigenwirkung und fungiert in dieser Kombination als Emulgator. Die ätherischen Öle können sicher und zuverlässig zugeführt werden. Indikationen und Kontraindikationen müssen aber strikt eingehalten und Maximaldosen beachtet werden.

 

WIRKUNGSEBENEN ÄTHERISCHER ÖLE (SHIRLEY UND LEN PRICE, UK):

 

·        Symptomorientierte Anwendung: direkte und rasche Wirkung auf Organsysteme, vorwiegend bei akuten Notfällen

·        Energetische Anwendung: Wirkung auf den Kräftehaushalt des Organismus, vor allem im regenerativen Bereich

·        Psychisch orientierte Anwendung: Wirkung auf psychosomatische Muster, vor allem bei chronischen Erkrankungen

·        Biographisch orientierte Anwendung: Unterstützung der Entwicklungsfähigkeit des Menschen

 

Die Aromatherapie mit ihrem Einsatz von qualitativ hochwertigen ätherischen Ölen, fetten Pflanzenölen und Hydrolaten erweist sich in erfahrenen Händen als sichere und zuverlässige komplementärmedizinische Naturheilmethode, die in allen Fachdisziplinen bei vielen Krankheitsbildern alleine oder ergänzend zur Schulmedizin oder anderen komplementärmedizinischen Methoden zur Anwendung kommen kann.

 

DIE AROMATHERAPIE stellt als spezieller Teil der Phytotherapie ein Bindeglied zwischen konventioneller Medizin und Komplementärmedizin dar und ist darüber hinaus eine der am schnellsten wachsenden Methoden.

 

AUF GUTEN, QUALITATIV HOCHWERTIGEN ÄTHERISCHEN ÖLEN BEFINDEN SICH FOLGENDE INFORMATIONEN:

 

1. deutscher und botanischer Name des in dem Fläschchen enthaltenen Öles

2. Ursprungsland des Öles

3. Pflanzenteil, der destilliert, ausgepresst oder extrahiert wurde und sofern nötig der Chemotyp

4. Gewinnverfahren des Öles

5. bei Extraktion: das verwendete Lösungsmittel und ob das Endprodukt rückstandskontrolliert wurde

6. Anbau: kontrolliert-biologisch (k.b.A.), konventioneller Anbau, Wildsammlung oder kontrollierte Wildsammlung

7. bei zähflüssigen Extrakten (Vanille, Benzoe, Mimose, Tonka) und teuren ätherischen Ölen: die Art des Verdünnungsmittels (Weingeist oder Jojoba) und das Mischverhältnis in %. Auch bei teuren Düften, die mit ähnlichen duftenden, preiswerteren Düften vermischt sind (Rose mit Palmarosa, Melisse und Verbene mit Lemongrass), muss das Mischungsverhältnis erkenntlich sein

8. Füllmenge

9. Chargennummer (ermöglicht Kontrolle mittels Zertifikat), Abfülldatum oder Verfallsdatum

10. Vermerk: „Zur Wohnraumaromatisierung“ oder „Für die Aromapflege/-therapie“

11. Vermerk: „Kindersicher aufbewahren“

12. eventueller Vermerk: „Lichtgeschützt“ und nicht über 30 Grad lagern - feuergefährlich

 

ÄTHERISCHE ÖLE WERDEN GEWONNEN AUS:

 

·        Blüten - Lavendel, Kamille, Neroli, Rose, Ylang-Ylang, Mimose

·        Fruchtschale - Bergamotte, Clementine, Grapefruit, Limette, Mandarine, Orange, Zitrone

·        Früchte - Fenchel, Cardamon, Karotte, Koriander, Kreuzkümmel

·        Gras - Citronella, Lemongrass, Palmarosa

·        Kraut - Immortelle, Johanniskraut, Minze, Melisse, Rosmarin, Basilikum, Bohnenkraut

·        Nadeln - Zeder, Wacholder, Kiefer, Tanne, Fichte

·        Holz/Zweige - Rosenholz, Zeder, Sandelholz, Kiefer

·        Harze - Weihrauch, Myrrhe, Benzoe

·        Rinde - Zimt

·        Wurzeln - Liebstöckel, Vetiver, Angelika, Baldrian

 

DAS DUALE WIRKPRINZIP DER ÄTHERISCHEN ÖLE

Die meist durch Wasserdampfdestillation gewonnenen ätherischen Öle besitzen einzigartige Eigenschaften, aus denen sich ihre duale Wirkungsweise und die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten ergeben. Durch ihre unmittelbare Wirkung auf Zentren im Gehirn und von dort aus auf Steuermechanismen regulieren sie psychische

und physische Vorgänge, wie zum Beispiel einerseits Erinnerungen, Gedächtnis, Motivation, Stimmungen, Kreativität und andererseits über das unwillkürliche vegetative Nervensystem vielfältige Organ- und Stoffwechselfunktionen. Ergänzend zu diesem

Wirkprinzip über das Riechen der Duftstoffe entfaltet das „Vielstoffgemisch“ des ätherischen Öles durch seine reichhaltigen Inhaltsstoffe, die rasch in den Körper aufgenommen werden können, auch pharmakologisch seine starken, aber ausgewogenen Wirkungen.

Die in vieler Hinsicht wirksamen ätherischen Öle - entspannend, aktivierend,

angstlösend, entzündungshemmend, antimikrobiell, analgetisch, bronchodilatativ, durchblutungsfördernd, pflegend, immunstärkend und vieles mehr - können im Krankenhaus wie auch im niedergelassenen Bereich sehr kosteneffizient verwendet werden, weil unabhängig von der Applikationsart - und da gibt es eine bemerkenswerte

Vielfalt, wie zum Beispiel Raumbeduftung, Einreibung, sanfte Massage, Bäder, Wickel, Auflagen, Inhalationen, Balsam, Cremes - jeweils nur wenige Tropfen in einem geeigneten Trägermedium benötigt werden.